شطرنج Schatranj: Persisch-Arabisches Schach

23.08.2015 | Peter Binner | Schach | Schreibe einen Kommentar

Als Wiege des Schachspiels gilt Indien,

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wo Chaturanga spätestens seit 600 n. Chr. gespielt worden ist. Es wird allgemein für die älteste Schachversion gehalten. Seine persische Version Chatrang ist der direkte Vorläufer des arabischen Schatrandsch, der Form, in der Schach ins mittelalterliche Europa gelangte.

Bei Schatrandsch weisen die Gangarten der Figuren noch erhebliche Unterschiede zum modernen Schachspiel auf. Sie entsprechen mit Ausnahme des Alfil denen des Chaturanga.

Schatrandsch war in der arabischen Welt ab dem siebten Jahrhundert sehr populär. In dieser Form gelangte das Schachspiel auch nach Europa, wo es ebenfalls weite Verbreitung fand, bis sich daraus gegen Ende des 15. Jahrhunderts das heutige Schach mit Läufern und Dame und Bauerndoppelschritt entwickelte.

König, Turm, Springer und Bauer (bis auf das Schlagen „en passant“) ziehen bereits wie im heutigen Schach. Der Bauer hat jedoch keinen Doppelschritt, und entsprechend gibt es auch kein Schlagen en passant. Es gibt auch keine Rochade, aber der König kann einmal pro Partie einen Springerzug ausführen. Der Alfil, der Vorgänger des modernen Läufers, zieht genau zwei Felder weit in diagonaler Richtung, wobei er eine Figur überspringen kann. Der Fers, der im heutigen Schach durch die Dame ersetzt ist, zieht diagonal ein Feld weit. Wenn ein Bauer die letzte Reihe erreicht, wandelt er sich immer in einen Fers um.

Die Grundstellung ist wie im modernen Schach, wobei die Alfile den Platz der Läufer und der Fers den der Dame einnehmen. Üblicherweise stehen die Könige in der d-Linie, was aber keinen echten Unterschied macht.

Man gewinnt eine Partie, indem man den Gegner matt- oder pattsetzt oder alle gegnerischen Figuren außer dem König schlägt.

Schatrandsch kann mit oder ohne Verwendung von Tabijen gespielt werden. Das sind festgelegte Eröffnungs-Zugfolgen, die den Spielanfang beschleunigen, der sonst durch den fehlenden Bauerndoppelschritt etwas langwierig ist. Eine Schachkomposition im Schatrandsch wird als Mansube bezeichnet.

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