Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Paul Keres

In seiner Heimat Estland ein Nationalheld, als "ewiger Kronprinz" bezeichnet, gehört Paul Keres zu den großen Schachlegenden des 20. Jahrhunderts, der sich im klassischen Schach, im Fernschach und in der Problemkomposition einen Namen machte. Paul Keres (* 7. Januar 1916 in Narva; † 5. Juni 1975 in Helsinki)  errang nie den Titel eines Schachweltmeisters, stellte aber dadurch einen Rekord auf, dass er Partien gegen neun ehemalige, amtierende oder zukünftige Weltmeister von Capablanca bis Fischer gewann.

Die estnische Mannschaft von 1939

Frühe Jahre

Paul Keres, dessen Familie in seiner Kindheit nach Pärnu zog, erlernte Schach als 4- oder 5-jähriger. Anfangs waren der Vater und der ältere Bruder seine Gegner, doch schon bald trat er dem Schachklub von Pärnu bei. Als 12-jähriger besiegte er den späteren Ehren-Großmeister Vladas Mikėnas in einer Simultanvorstellung. Durch die öffentliche Wirkung des Sieges gegen seinen späteren Freund und Sekundanten bedingt wurde Keres zur Stadtmeisterschaft von Pärnu eingeladen, wo er im folgenden Jahr bei einem routinierten Teilnehmerfeld den 2. Platz erreichte. Sein enormes Talent kam früh zum Vorschein: 1930, 1931 und 1932 wurde er überlegen estnischer Schülermeister. 1933 nahm er erstmals an einer estnischen Landesmeisterschaft teil und teilte Platz 3 und 4. 1935, nach dem Gewinn der Landesmeisterschaft, ging sein Stern auch international auf: Bei der Schacholympiade 1935 in Warschau spielte er am ersten Brett für sein Land und erregte sowohl durch sein ausgezeichnetes Resultat am ersten Brett (12,5 aus 19), als auch durch eine weitere glänzende Partien Aufsehen. Dabei traf er auch auf Weltmeister Aljechin und setzte mit der Gewinnpartie gegen den Engländer William Winter laut Erich Carl einen Glanzpunkt der Olympiade.

 Nach der Schacholympiade wurde er zu den bedeutendsten Turnieren jener Zeit eingeladen. 1936 siegte er mit Aljechin in Bad Nauheim. Beim Turnier in Semmering 1937 gewann er vor Capablanca und Aljechin. Keres gewann die Turniere in Tallinn, Margate, Ostende, Prag und Wien. In Margate 1937 besiegte er Aljechin in 23 Zügen; es blieb seine einzige Gewinnpartie gegen den vierten Weltmeister.

Das AVRO Turnier 1939

Nach der Einladung zum AVRO-Turnier 1938 spielte Keres die Turniere in Hastings 1937/38 und Nordwijk 1938, wo er vor anderen AVRO-Teilnehmern jeweils den 2. Platz erreicht. Schließlich gewann er 1938 das AVRO-Turnier in den Niederlanden zusammen mit Reuben Fine, den er im ersten direkten Aufeinandertreffen besiegt hatte, während das zweite in der letzten Turnierrunde remis endete. Dieses Turnier, unter Teilnahme von Weltmeister Aljechin, sollte den nächsten WM-Herausforderer ermitteln. Zu einem Wettkampf zwischen Keres und Aljechin kam es wegen des Zweiten Weltkriegs indes nicht, zumal auch Aljechins Verhandlungen mit Keres und separat mit Botwinnik scheiterten.

Anfang 1939 nahm Keres nach repräsentativen Tätigkeiten in Estland an einem Einladungsturnier in Russland teil, wo er allerdings nur weniger als 50 Prozent der Punkte holte. Im Frühling 1939 gewann er das Turnier in Margate. Zuletzt spielte Keres vor dem Zweiten Weltkrieg bei der Schacholympiade 1939 in Buenos Aires am Spitzenbrett, wo die estnische Mannschaft den dritten Platz erreichte. Trotz des Kriegsausbruchs in Europa während des Turniers kehrte Keres anschließend nach Estland zurück. 1940 schließlich erfasste der Krieg auch Keres' Heimat, und Estland wurde von der Sowjetunion annektiert.

Im Zweiten Weltkrieg

Keres studierte zwischen 1937 und 1941 Mathematik und brachte es als starker Tennisspieler bis zur Teilnahme an den estnischen Landesmeisterschaften. Nach der Besetzung Estlands nahm er an der UdSSR-Meisterschaft 1940 teil und wurde Vierter, bei der Absoluten Meisterschaft der Sowjetunion 1941 belegte er hinter Botwinnik den zweiten Platz. Dabei sorgte Keres' Gewinnpartie gegen Wladimir Petrow 1940[3] für Aufsehen.

Privates Glück in schwieriger Zeit: 1941 heiratet Paul Keres Maria Riives

1941 wurde Estland durch die deutsche Wehrmacht besetzt. Umstritten ist seine Rolle als Schachspieler während der deutschen Besatzung. Keres beteiligte sich an Turnieren im Deutschen Reich und in den besetzten Gebieten (1942 Tallinn, Salzburg, München, 1943 Prag (Zweiter hinter Aljechin), Posen, Salzburg, Reval, Madrid, 1944 Lidköping). 1943 war er Attraktion einer Trainings- und Unterhaltungsveranstaltung für die Wehrmacht[5]. Dabei gelang es ihm jedoch nicht, an die Vorkriegserfolge anzuknüpfen. Nur 1943 gewann er zwei Turniere in Salzburg und Madrid. Nachdem Estland 1944 wieder von sowjetischen Truppen eingenommen worden war, war Keres, der Emigrationsmöglichkeiten mehrmals ablehnte, wegen seiner Turnierreisen im Deutschen Reich in Ungnade gefallen. 1944/45 siegte er in Riga (Ostsee-Turnier) und gewann Estlands Landesmeisterschaft in Tallinn 1945. Als 1946 das erste wichtige internationale Nachkriegs-Schachturnier in Groningen stattfand, durfte Keres nicht teilnehmen.

Nachkriegszeit

Nach dem Krieg gelangen Keres weitere Erfolge: 1947 gewann er die UdSSR-Meisterschaft in Leningrad mit 14 von 19 Punkten vor der sowjetischen Elite und wiederholte den Erfolg bei einem Turnier in Pärnu. Diese Leistung wie auch die Fürsprache Botwinniks bei höheren administrativen sowjetischen Stellen ließen den Groll gegen ihn abnehmen.

Nachdem er bereits bei einem Turnier im Frühjahr 1948 nicht seine Bestform erreichte, wurde er 1948 als einer von drei Vertretern der Sowjetunion am Weltmeisterschaftsturnier in Den Haag und Moskau nur geteilter Dritter hinter Michail Botwinnik und dem Newcomer Wassili Smyslow.

Von links nach rechts; Euwe, Smyslov, Keres, Sieger Botwinnik, Reshevsky.

In diesem Match-Turnier unterlag er Botwinnik mit 1:4. Behauptungen, er wäre zu diesen Niederlagen genötigt worden, sind nicht belegt. Weitere Erfolge für Keres blieben auch später zunächst aus, so erreichte er bei den UdSSR-Meisterschaften 1949 den sechsten und 1950 den achten Platz.

Keres als der „ewige Zweite“

Da nun die Schachweltmeisterschaften durch den Weltschachbund FIDE und nicht mehr durch den amtierenden Weltmeister organisiert wurden, standen mehrere Turniere – Zonenturnier, Interzonenturnier und zuletzt Kandidatenturnier – zur Qualifikation als Herausforderer des Weltmeisters an. Er erreichte beim Kandidatenturnier 1950 den vierten Platz. Zwischen 1953 und 1962 belegte er bei vier weiteren Kandidatenturnieren jeweils den zweiten Platz, ein WM-Kampf blieb ihm daher jedes Mal verwehrt. 1965 scheiterte er im Viertelfinale der Kandidatenwettkämpfe mit 4:6 (+2 =4 -4) an Boris Spasski.

1950 gewann er das Gedenkturnier des 1940 in einem deutschen Konzentrationslager getöteten Meisters Dawid Przepiórka in Bad Salzbrunn. Im selben Jahr gewann er nach einem schlechten Start von nur vier Punkten in acht Partien durch eine Siegesserie die Landesmeisterschaft der UdSSR. Er wiederholte diesen Erfolg 1951 noch vor Weltmeister Botwinnik.

Nach dem Tod Géza Maróczys wurde 1952 in Budapest ein Gedenkturnier veranstaltet, an dem die fünf besten Spieler der Welt teilnahmen, das Keres mit einem halben Punkt Vorsprung gewinnen konnte. Bei den russischen Landesmeisterschaften erreichte er jedoch nur den zehnten Platz.

Nach dem gescheiterten Anlauf auf den Weltmeistertitel beim Kandidatenturnier 1953 mit dem zweiten Platz erreichte Keres bei der Schacholympiade 1954 ein Rekordergebnis von 13,5 Punkten in 14 Partien. Das Weihnachtsturnier in Hastings 1954/1955 gewann Keres gemeinsam mit Smyslow, ebenso das Turnier in Pärnu vor den führenden Sowjetspielern. Jedoch erreichte er nur den siebten Platz der russischen Landesmeisterschaft 1955.

 Keres und sein Dauerrivale nach dem Krieg Michail Botwinnik

Die WM-Qualifikation 1956 verlief für Keres zunächst erfolgreich, bis er am Ende des Kandidatenturniers eine Gewinnstellung gegen Miroslav Filip durch einen schweren Fehler einstellte. Der resultierende zweite Platz reichte nicht aus, während der erstplatzierte Smyslow bei der Schachweltmeisterschaft 1957 Botwinnik besiegte und selbst Weltmeister wurde.

Ein Freundschaftswettkampf mit Wolfgang Unzicker endete 1956 mit 6:2 für Keres. Die Schacholympiade 1956 wurde für Keres, der das beste Einzelergebnis am dritten Brett erreicht, ebenfalls ein Erfolg. Im Moskauer Aljechin-Gedenkturnier landete Keres jedoch nur auf dem siebten Platz.

Das Jahr 1957 begann Keres mit dem geteilten 2. Platz punktgleich mit David Bronstein bei der Landesmeisterschaft der UdSSR hinter dem Sieger Michail Tal. Mit Siegen in Mar del Plata, Santiago und beim Weihnachtsturnier 1957/58 in Hastings setzte Keres anschließend seine Erfolge fort. Beim Kandidatenturnier 1959 übernahm Keres zwischenzeitlich die Führung, wurde aber von Tal überholt, der trotz einer Bilanz von 1:3 zugunsten von Keres anderthalb Punkte Vorsprung auf diesen hatte. Nichtsdestotrotz galt das Spiel von Keres unter Experten als qualitativ hochwertiger im Vergleich zu Tals Spiel.[6] Der vereinzelt nun als „Ewiger Zweiter“ betitelte Keres bereitete sich auf das folgende Kandidatenturnier 1962 vor.

Nach dem Turnier in Stockholm 1959/60, wo er den dritten Platz erreichte, gewann er 1961 in Zürich. In Bled reichte es noch für den dritten Platz, während Keres bei der 29. UdSSR-Meisterschaft erneut den achten Platz belegte.

Beim Kandidatenturnier Curaçao 1962 lag Keres zwei Runden vor Schluss gemeinsam mit Tigran Petrosjan erneut an der Spitze. Eine Niederlage gegen Pál Benkő sowie ein ausgekämpftes Remis gegen das US-Talent Bobby Fischer reichten jedoch wieder nur zum zweiten Platz, während Petrosjan das Turnier und anschließend bei der Schachweltmeisterschaft 1963 den Weltmeistertitel gewann. Petrosjan äußerte sich später dahingehend, dass Keres ebenfalls Anspruch auf den Titelkampf gegen Botwinnik gehabt hätte.

Vor dem Weltmeisterschaftskampf zwischen Botwinnik und Petrosjan hatte es allerdings Spekulationen gegeben, dass Botwinnik auf eine Titelverteidigung verzichten würde. Deshalb kam es anderthalb Monate nach Curaçao 1962 zu einem Zweikampf zwischen Keres und Efim Geller. Dieser hatte nämlich in der letzten Runde des Kandidatenturniers noch zu Keres aufschließen können. Der Gewinner dieses Zweikampfes sollte gegebenenfalls mit Petrosjan um den vakanten Titel kämpfen. Durch seinen knappen Sieg von 4,5:3,5 Punkten wahrte sich Keres also die Chance auf einen Weltmeisterschaftskampf gegen Petrosjan. Doch allen zwischenzeitlichen Spekulationen zum Trotz trat Botwinnik zur Verteidigung seines Weltmeistertitels an.[8]

Die späten Jahre

Keres gewann, gemeinsam mit dem neuen Weltmeister Petrosjan, das Turnier in Los Angeles 1963 und nach einem sechsten Platz im Moskauer Turnier weitere Turniere im Hoogovens Beverwijk 1964 gemeinsam mit Iivo Nei, wieder mit Petrosjan in Buenos Aires 1964, alleine in Hastings 1964/1965 sowie mit Vlastimil Hort in Mariánské Lázně (Marienbad) 1965. Durch seinen Sieg im Zweikampf gegen Geller 1963 hatte sich Keres das Recht zur Teilnahme an den Kandidatenwettkämpfen 1965 erworben. Das Kandidatenturnier 1965 wurde nämlich auf Drängen Bobby Fischers als K.o.-Turnier ausgetragen, wobei Keres gegen den ehemaligen Jugendweltmeister Boris Spasski bereits am Anfang mit 6:4 ausschied. Dies blieb die letzte Teilnahme Keres' an einem Kandidatenturnier. Danach gewann Keres die Turniere in Stockholm 1966/67 und Bamberg 1968, dort mit Siegen gegen die deutschen Großmeister Wolfgang Unzicker und Lothar Schmid sowie zwei Punkten Vorsprung vor Schmid und Petrosjan. In Winnipeg 1967 erreichte er den dritten Platz, in Moskau jedoch nur den neunten. Tallinn 1969 und Luhačovice (Bad Luhatschowitz) 1969 sahen Keres als Zweitplatzierten; im Hochofenturnier, das inzwischen nach Wijk aan Zee umgezogen war, erreichte er 1969 den dritten Platz.

Nach einem Sieg in Budapest 1970 vertrat Keres die Sowjetunion im ersten Duell der UdSSR gegen den Rest der Welt. Mit seinem 3:1-Sieg gegen Borislav Ivkov trug Keres als erfolgreichster Spieler seiner Mannschaft zum 20,5:19,5-Sieg der UdSSR bei. Anschließend gewann der mit fünf aus fünf Punkten die Europamannschaftsmeisterschaft in Kapfenberg ebenfalls als bester Spieler des Wettkampfs. Sein Sieg in Tallinn 1971 gemeinsam mit Tal erfolgte noch vor dem mehrfachen Sowjetunionsmeister Leonid Stein. In Amsterdam und Pärnu 1971 erreichte Keres jeweils den zweiten Platz.

Letztes Auf und Ab

Nach dem dritten Platz in Sarajewo 1971, dem fünften Platz in San Antonio 1972 und dem dritten Platz in Tallinn 1973 erreichte Keres bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft 1973 nur den geteilten sechsten Platz. Sein letzter Anlauf auf den Weltmeistertitel scheiterte bereits beim Interzonenturnier in Petropolis 1973; auch bei der russischen Meisterschaft im Oktober 1973 erreichte Keres nur noch den neunten Platz bei einer Remisquote von 83 Prozent. Im Jahr 1974 beteiligte sich Keres an keinen bedeutenden Turnieren mehr. Es wurde spekuliert, dass der inzwischen beinahe 60 Jahre alte Keres seinen Abschied aus der Schachwelt bekanntgeben würde. Die Unkenrufe widerlegte er jedoch mit einem letzten großen Erfolg durch den Gewinn des Turniers in Tallinn 1975 noch vor Exweltmeister Spasski.

In Vancouver gewann er im Mai 1975 ebenfalls ein Open, an dem jedoch nur wenige Großmeister beteiligt waren. Auf dem Rückflug vom Turnier fühlte sich Keres bei einem Zwischenstopp in Helsinki unwohl und kam deshalb in ein Krankenhaus. Ein tödlicher Herzanfall beendete am 5. Juni 1975 seine Karriere endgültig. Zu seinen Ehren richtete die Sowjetrepublik Estland ein Staatsbegräbnis aus, an dem mehr als hunderttausend Menschen Abschied von Keres nahmen. Er wurde auf dem Waldfriedhof in Tallinn beigesetzt. Eine Straße in Tallinn ist nach ihm benannt.

Weitere Erfolge und Würdigungen

Keres spielte bei insgesamt zehn Schacholympiaden: 1935 bis 1939 jeweils an Brett 1 für Estland und von 1952 bis 1964 für die Sowjetunion. Dabei gewann er sieben Goldmedaillen mit der Mannschaft und fünf Goldmedaillen für seine Einzelergebnisse. Insgesamt erzielte er 107 Punkte aus 141 Partien (+85 =44 -12).[10] Beim Wettkampf UdSSR gegen den Rest der Welt 1970 in Belgrad spielte Keres an Brett 10 und besiegte Borislav Ivkov mit 3:1 (+2 =2). Außerdem nahm Keres mit Estland an der inoffiziellen Schacholympiade 1936 in München teil, wo er das beste Einzelergebnis am Spitzenbrett erreichte und gewann mit der Sowjetunion die Mannschaftseuropameisterschaften 1957, 1961 und 1970, wobei er bei allen drei Austragungen außerdem das beste Einzelergebnis an seinem Brett erreichte.

Zu seinen Turniersiegen zählen Pärnu 1960, Zürich 1961, Los Angeles 1963 (geteilt mit Tigran Petrosjan), Bewerwijk 1964 (geteilt mit Iivo Nei), Buenos Aires 1964 (geteilt mit Petrosjan), Hastings 1965, Marienbad 1965 (geteilt mit Vlastimil Hort), Stockholm 1967, Bamberg 1968, Budapest 1970, Tallinn 1971 (geteilt mit Michail Tal) und 1975.

Nach der Unabhängigkeit Estlands von der UdSSR wurde sein Porträt mit zwei Schachfiguren auf der Vorderseite der Fünf-Kronen-Banknote[13] abgebildet, auf deren Rückseite eine deutsche Ordensburg am Narva zu sehen ist.[14] Auch auf einer 15-Kopeken-Briefmarke der Sowjetunion war er zu sehen. 1991 wurde in Tallinn auf der Pärnu-Chaussee eine Büste von Keres aufgestellt. 2016 wird Estland den 100. Geburtstag von Keres mit einer 2-Euro-Gedenkmünze würdigen.

Keres' letzte Elo-Zahl betrug 2580, seine höchste Elo-Zahl war 2615 im Juli 1971. Seine beste historische Elo-Zahl vor Einführung der Elo-Zahlen war 2786. Diese erreichte er im März 1947. Insgesamt lag er 52 Monate in dem Zeitraum von 1943 bis 1960 auf Platz zwei der nachträglich berechneten Weltrangliste.

Aufgrund seiner internationalen Erfolge erhielt er 1950 von der FIDE den Titel Großmeister.

Keres galt als Autorität auf dem Gebiet der Schacheröffnungen und schrieb über vierzig Schachbücher. Nach ihm wurde die Keres-Verteidigung (1.d2-d4 d7-d5 2.c2-c4 Lc8-f5) benannt.

Õnnitleme oma sünnipäeva, Paul Keres!

 

Das Denkmal für Großmeister Paul Keres (1916-1975) befindet sich in Tallinn auf der Erhebung Tõnismägi

Jahreswertung des Jugend Grand Prix

Die Jugend Grand Prix Meis­ter­schaft ist neben dem Liga­be­trieb das wich­tigste Schach­tur­nier für Jugend­schach in Rhein­hessen. Das Turnier wird von den rhein­hes­si­schen Schach­ver­einen ausge­tragen und so wie es aussieht wird Vorwärts Orient im kommenden Jahr eine dieser Austra­gungen über­nehmen. Für die aktu­elle Saison, das Spiel­jahr 2015, liegt jetzt die Jahres­aus­wer­tung vor. Es betei­ligten sich insge­samt 12 Spie­le­rinnen und Spieler von Vorwärts Orient in den Spiel­klassen U18, U14, U12 sowie U8.Weiter­lesen

Zum 75. Todestag von Emanuel Lasker

Im Januar 2016 jährt sich zum 75. Mal der Todestag von Emanuel Lasker (* 24. Dezember 1868 in Berlinchen, Neumark; † 11. Januar 1941 in New York)  Lasker war nicht nur Deutschlands bedeutendster  Schachspieler, sondern auch Mathematiker und Philosoph. Er war der zweite offizielle Schachweltmeister und zugleich der bislang einzige deutsche Träger dieses Titels. Er behauptete diese Position über einen Zeitraum von 27 Jahren (1894 bis 1921) und damit länger als jeder andere Schachweltmeister.

Kindheit

Lasker war der jüngste Sohn des jüdischen Kantors Adolf Lasker und dessen Ehefrau Rosalie Israelssohn. Er hatte zwei Schwestern, Theophila und Amalia, und einen Bruder, Bertold. 1879 verließ Lasker Berlinchen und kam zu seinem Bruder Bertold Lasker nach Berlin, wo jener Medizin studierte. Dort besuchte er das Gymnasium. Als Zwölfjähriger lernte er von seinem Bruder das Schachspiel, das ihn allerdings nach Auffassung seiner Eltern zu sehr von seinen Schulpflichten abhielt. 1887 schickten sie ihn deshalb auf das Gymnasium in Landsberg an der Warthe, wo er 1888 sein Abitur ablegte. Sein Bruder Bertold war von 1894 bis 1903 mit der Schriftstellerin Else Lasker-Schüler verheiratet.

Schachspieler und Student

1889 begann Lasker, Mathematik in Berlin zu studieren, doch schon ein Jahr darauf wechselte er nach Göttingen. Noch im selben Jahr begann seine internationale Schachkarriere mit dem Sieg im Hauptturnier von Breslau. 1890 gewann er zusammen mit seinem Bruder e in Meisterturnier in Berlin und besiegte Henry Edward Bird in einem Wettkampf in Liverpool mit 8,5:3,5 (+7, −2, =3; sieben Siege, zwei Niederlagen, drei Unentschieden). 1891 entschloss er sich, sein Studium zu unterbrechen und als Berufsspieler nach London zu gehen. Dort feierte er eine Vielzahl von Erfolgen in Turnieren und Wettkämpfen, unter anderen besiegte er Joseph Henry Blackburne mit 8:2 (+6, −0, =4). Von 1892 bis 1893 gab er eine Schachzeitung, den London Chess Fortnightly, heraus. 1893 folgte er dem Weltmeister Wilhelm Steinitz über den Atlantik und nahm seinen neuen Wohnsitz in New York City. Auch dort gelang es ihm, großen Eindruck auf das schachinteressierte Publikum zu machen. Nach weiteren Erfolgen in Wettkämpfen und Turniersiegen Laskers in der Neuen Welt fanden sich genügend Geldgeber in den USA und Kanada, um einen Weltmeisterschaftskampf mit Wilhelm Steinitz zu veranstalten.

Steinitz (links) und Lasker (rechts) während ihres Weltmeisterschaftskampfes 1894.

Weltmeisterschaftskämpfe Lasker – Steinitz

Vom 15. März bis zum 26. Mai 1894 fand das Match statt. Mit zehn Siegen bei fünf Niederlagen und vier Unentschieden wurde Lasker überlegen der zweite offizielle Schachweltmeister. Er spielte in dem Match nicht besonders spektakulär, nutzte aber die Schwächen seines Gegners, der den Zenit seiner Karriere bereits überschritten hatte, sehr effizient aus. In seinem ersten Turnier als Weltmeister in Hastings 1895 musste er allerdings dem Amerikaner Harry Nelson Pillsbury den Sieg überlassen. Im selben Jahr veröffentlichte er sein erstes Schachbuch Common sense in chess (deutsch: Gesunder Menschenverstand im Schach), das auf Vorträgen beruhte, die er in englischen Schachclubs gehalten hatte.

 

Lasker lebte bis 1896 überwiegend in den USA. Er gab Steinitz 1896/1897 einen Revanchewettkampf in Moskau, den er noch deutlicher mit zehn Siegen, zwei Niederlagen und fünf Unentschieden gewann. Dann zog er sich bis 1899 vom Schach zurück, um sein Studium in Heidelberg und Berlin fortzusetzen. 1900 wurde er an der Universität Erlangen mit seiner Dissertation Über Reihen auf der Convergenzgrenze (veröffentlicht 1901) zum Dr. phil. (Mathematik) promoviert.

Emanuel Lasker 1895

Weltmeister

1899 übernahm Lasker die Redaktion der Deutschen Schachzeitung und behielt diese auch nach seiner Übersiedlung 1902 nach New York. Dort plante er, eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Diese Absicht hatte er bereits seit seiner Promotion an der Universität Erlangen, doch Versuche, eine Stelle an Universitäten in Deutschland und England (Manchester) zu bekommen, schlugen fehl. Auch die Columbia University in New York nahm seine Bewerbung nicht an. Lasker war genötigt, sich verstärkt als Berufsschachspieler zu verdingen. 1904 gab er die Redaktion der Deutschen Schachzeitung auf und gründete Lasker’s Chess Magazine, das in New York erschien. Laskers vergebliche Bemühungen um eine akademische Anstellung als Mathematiker führten in dieser Zeit zu seiner Hinwendung zur Philosophie. 1907 erschien in New York seine erste philosophische Schrift sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch: Struggle und Kampf. Im selben Jahr verteidigte er erstmals seit 1897 seinen Weltmeistertitel: Verschiedene amerikanische Klubs waren Gastgeber des ungleichen Kampfes, der vom 26. Januar bis zum 6. April ausgetragen wurde. Lasker besiegte den US-amerikanischen Meister und Gewinner vieler internationaler Turniere Frank James Marshall ohne eine einzige Niederlage überlegen mit 11,5:3,5 (+8, −0, =7).

1908 kehrte er nach Deutschland zurück und nahm seinen Wohnsitz in Berlin. Vom 17. August bis 30. November 1908 spielte er gegen seinen alten Rivalen Siegbert Tarrasch einen Wettkampf um die Weltmeisterschaft,

der 1892 eine Herausforderung des damals noch unbekannten Lasker abgelehnt hatte. Die ersten vier Partien des Wettkampfs fanden vom 17. bis 24. August im Kunstpalast in Düsseldorf statt, die weiteren Partien gab es in München. Lasker gewann deutlich mit 10,5:5,5 (+8, −3, =5). Seine Zeitschrift Lasker’s Chess Magazine gab er im Januar 1909 auf. 1910 spielte er den wohl spannendsten Wettkampf seines Lebens. Der Österreicher Carl Schlechter forderte Lasker heraus und zeigte mit dem ausgeglichenen Endstand (5:5; +1, −1, =8), dass er ein würdiger Herausforderer war. Lasker lag bis zur letzten Partie zurück und konnte den Titel erst durch einen Sieg in der 10. Partie retten. Spielorte waren Wien und Berlin. Der österreichische Schriftsteller Thomas Glavinic hat diesem Wettkampf mit seinem Roman Carl Haffners Liebe zum Unentschieden (Berlin, 1998) ein literarisches Denkmal gesetzt. Im selben Jahr verteidigte Lasker seinen Titel gegen den polnisch-französischen Meister Dawid Janowski. Überlegen gewann er den Wettkampf, ausgerichtet vom 8. November bis 8. Dezember in Berlin, mit 9,5:1,5 (+8, −0, =3). Neben dem Schriftsteller Thomas Glavinic erwähnt noch ein weiterer Autor, Stefan Zweig, Lasker in einem seiner Werke. In der Schachnovelle stellt er den fiktionalen Protagonisten seines Werkes in eine Reihe mit Aljechin, Capablanca, Tartakower, Lasker und Bogoljubow.

Am 1. März 1911 heiratete er in Berlin die Schriftstellerin Martha Cohn. Im selben Jahr erhielt er erstmals eine Herausforderung des jungen Kubaners José Raúl Capablanca zu einem Weltmeisterschaftskampf, doch sowohl diese als auch die folgenden Verhandlungen mit Akiba Rubinstein über ein Match scheiterten in der Folgezeit. Nicht zuletzt unter dem Eindruck des Schicksals seines in Armut gestorbenen Vorgängers Steinitz forderte Lasker von seinen Herausforderern hohe Wettkampfeinsätze, die diese oft nicht aufbringen konnten. Er unternahm auch Versuche, für die Partien seiner Wettkämpfe das Urheberrecht zu beanspruchen und sich das alleinige Publikationsrecht vorzubehalten, konnte dies aber nie durchsetzen.

1913 erwarb er ein Landhaus in Thyrow bei Trebbin südlich von Berlin und versuchte sich in dieser Zeit auch als Landwirt. Da er aber nicht sehr praktisch veranlagt war, erzielte er auf diesem Gebiet keine Erfolge.

Vom 21. April bis 22. Mai 1914 fand in St. Petersburg eines der bedeutendsten Turniere der Schachgeschichte statt. Zunächst spielten elf Meister ein Rundenturnier, das von Capablanca (8 Punkte) vor Lasker, Tarrasch (jeweils 6,5), Aljechin und Marshall (jeweils 6) gewonnen wurde. Diese fünf Spieler traten dann nochmals doppelrundig gegeneinander an, wobei die zuvor erzielten Punkte mitgenommen wurden. In diesem Finale gelang es Lasker durch energisches Spiel, den Vorsprung Capablancas noch aufzuholen: Er erzielte aus den acht Partien 7 Punkte (sechs Siege, zwei Remis), kam damit insgesamt auf 13,5 Punkte und wurde Turniersieger vor Capablanca, der 13 Punkte erreichte. Im Turnierbuch schrieb Laskers Rivale Tarrasch, dass das Antrittsgeld von über 4000 Rubeln, das Lasker von den Organisatoren erhalten habe, angesichts seiner gezeigten Leistung nicht zu hoch gewesen sei.

Gruppenbild, Petersburg 1914

Durch den Ausgang des Ersten Weltkrieges verlor er sein in Kriegsanleihen investiertes Vermögen. Lasker hatte sich, wie viele deutsche Juden, patriotisch gezeigt und sogar 1916 eine Broschüre mit dem Titel Die Selbsttäuschungen unserer Feinde veröffentlicht, in der er die Kriegsgegner Deutschlands kritisierte. In der Nachkriegszeit widmete sich Lasker verstärkt der Philosophie und veröffentlichte 1919 sein Hauptwerk: Die Philosophie des Unvollendbar.

Ein erneuter Versuch Capablancas, mit Lasker um die Weltmeisterschaft zu spielen, scheiterte zunächst 1920 aus finanziellen Gründen. Lasker war bereit, freiwillig auf den Titel zu verzichten und ihn an Capablanca zu übergeben. Neuerliche Anstrengungen erlaubten dann aber die Ausrichtung eines Wettkampfs vom 15. März bis zum 28. April 1921 in Havanna. Lasker, der sich einem ungewohnten tropischen Klima ausgesetzt sah, gab den Wettkampf nach 14 Partien beim Stand von 5:9 (+0, −4, =10) auf. Capablanca wurde neuer Weltmeister, nachdem Lasker diesen Titel 27 Jahre lang getragen hatte.

Capablanca und Lasker

Letzte große Erfolge und Rückzug vom Schach

Lasker gewann 1923 in Mährisch-Ostrau und 1924 in New York zwei sehr stark besetzte Turniere. Das New Yorker Turnier gilt als eines der bedeutendsten überhaupt in der Geschichte des Schachs. Dort spielte Emanuel Lasker auch die einzigen beiden Turnierpartien gegen seinen Namensvetter Edward Lasker. In einer dieser Partien hielt Emanuel Lasker ein Endspiel mit Springer gegen Turm und Bauer remis, was als eine der größten Defensivleistungen seiner Karriere gilt. In der ersten Runde des doppelrundigen Turnier schlug Weltmeister Capablanca den Exweltmeister mit 1½:½, doch Emanuel Lasker gewann das Gesamt-Turnier und zwar mit 16 Punkten aus 20 Partien mit 1½ Punkten Vorsprung vor Capablanca mit 14½ Punkten und mit 4 Punkten Vorsprung auf den künftigen Weltmeister Aljechin. 1925 überholte er Capablanca in Moskau, wo er Zweiter hinter Efim Bogoljubow wurde, nochmals um einen halben Punkt. Das Moskauer Turnier sollte nun für lange Zeit das Ende von Laskers Schachkarriere bedeuten. Im selben Jahr erschien sein Lehrbuch des Schachspiels, in dem er unter anderem die Verdienste seines Vorgängers Steinitz um die Erforschung des Positionsspiels würdigt. Das Buch enthält zahlreiche philosophische Exkurse und zählt heute zu den Klassikern der Schachliteratur. Außerdem veröffentlichte er zusammen mit seinem Bruder Bertold ein von seiner machologischen Philosophie inspiriertes expressionistisches Drama, Vom Menschen die Geschichte, dem allerdings kein Bühnenerfolg beschieden war. Er widmete sich seit 1926 vermehrt dem Go-Spiel, das er bereits seit 1910 intensiv pflegte. Er galt bald als ein Konkurrent des besten damaligen Go-Spielers Deutschlands, des Berliners Felix Dueball, den er 1930 in einer Turnierpartie, deren Notation erhalten ist, besiegen konnte. Neben Go wurde auch das Bridge-Spiel ein Betätigungsfeld für Lasker. Außerdem galt er als guter Poker-Spieler. 1927 gründete er in Berlin eine Schule für Verstandesspiele. In dieser Zeit erfand er auch das Brettspiel Laska, eine Variante des Damespiels, und die Lasker-Mühle. 1929 erschien sein Buch Das verständige Kartenspiel, 1931 Das Bridgespiel, Das Skatspiel und Brettspiele der Völker. 1932 nahm er mit einer von ihm zusammengestellten niederländischen Mannschaft an einem internationalen Bridgeturnier in London teil. Im selben Jahr verkündete er seinen Abschied vom Schach und plante, sich gänzlich dem Bridge zu widmen.

Schwere Zeiten im Exil und erneutes Schachspielen

Emanuel Lasker, 1933

Die repressive antisemitische Politik, die die Machtergreifung der Nationalsozialisten Anfang 1933 in Deutschland mit sich brachte, nötigte Lasker und seine Ehefrau zur Flucht. Nach einjährigem Aufenthalt in den Niederlanden zog das Ehepaar 1934 nach London. Lasker nahm nun seine Schachtätigkeit wieder auf, da kaum eine andere Gelegenheit zum Geldverdienen bestand. Neben dem Schreiben für Schachspalten gab er vermehrt Simultanvorstellungen und nahm 1934 in Zürich an einem internationalen Turnier teil, bei dem er Fünfter wurde.

1935 lud ihn die Akademie der Wissenschaften in Moskau in die Sowjetunion ein. Die Einladung enthielt unter anderem eine ständige Mitgliedschaft in der Akademie. Lasker nahm an und ging nach Moskau. Seinen Lebensunterhalt verdiente er offiziell an einem mathematischen Institut, sein Hauptwirken bestand indessen im Schachtraining mit sowjetischen Meisterspielern und allgemeiner Popularisierung (Simultanreisen etc.) des Schachs in der UdSSR. Beim sehr stark besetzten internationalen Turnier von Moskau 1935 wurde er Dritter, beim Moskauer Turnier 1936 Sechster. Sein letztes internationales Turnier spielte er 1936 in Nottingham. Hier siegten Capablanca und Botwinnik gemeinsam mit je 10 aus 14, den dritten Platz teilten sich Fine sowie Reshevsky und Weltmeister Euwe mit je 9½, Aljechin belegte Platz 6 mit 9 und Flohr und Emanuel Lasker teilten sich Platz 7 mit je 8½ Punkten. Gegen die drei Ersten erzielte der 67-jährige Lasker zwei Punkte. 1937 schrieb er in der Sowjetunion die Erzählung Wie Wanja Meister wurde, die erst 2001 im deutschen Original erschien. Zuvor erschien 1973 eine russische Übersetzung.

Aljechin, Lasker, Bogoljubov

Besorgt über die eskalierende Gewalt während des Großen Terrors nutzte Lasker 1937 eine Gelegenheit, die UdSSR zu verlassen. Nach einem Besuch bei seiner Stieftochter in New York blieben die Laskers in den USA. 1938 wurde ihm und seiner Ehefrau die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Die materiell entbehrungsreichste Zeit durchlebte das Ehepaar in diesem letzten Lebensabschnitt Laskers. Ende 1940 erkrankte Lasker, mit Beginn des neuen Jahres wurde er in das Mount Sinai Hospital in New York eingeliefert. Trotz einer Blutspende seines Freundes Joseph Platz starb er am 11. Januar 1941. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Beth Olom in Queens.

Am 6. Mai 2008 wurde Emanuel Lasker in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.

 

 

Weihnachtsturnier mit armenischer Beteiligung

Guten Zuspruch findet derzeit unser DWZ-ausgewertetes Weihnachtsturnier.

Erfreulicherweise nehmen auch Wanik und Gagik, unsere neuen armenischen Mitglieder teil. Die beiden neunjährigen Jungs stammen aus Erewan und wohnen seit ca. einem halben Jahr in der Flüchtlingsunterkunft in der Zwerchallee in Mombach. Wir wünschen Ihnen viel Spaß und freuen uns über den Zuwachs im Jugendbereich.

Wolfgang - hier hinter dem Fotoapparat - organisiert das Turnier, das am Montag mit einer Weihnachtsfeier im Haus der Jugend enden wird.

Orient III trotzt Tabellenführer Remis ab

In der letzten Begeg­nung dieses Kalen­der­jahres erreichte unsere Dritte gegen die favo­ri­sierten Schach­freunde Mainz II ein 4:4 .

Sfr.Mainz 1928 IIVorw.Orient Mainz III44
Kohl,Felix1816Polat,Marcel1678-+
Plauth-Herr,Sabine1865Imelmann,Esther156210
Brinckmann,Dieter1829Kramer,Werner170401
Leusing,Andre1847Raab,Wolfgang150410
Schultz,Harald1823Schneider,Lutz162110
Lorenz,Hermann1502Schmitz,Bernhard Hubert10
Herr,Hans Otto,Dr.1536Gruber,Marcel147801
Ponciano,Jean-JacquesBraum,Hermann Josef135801

 

Damit ergibt sich zur Winter­pause folgendes Tabellenbild:

Tabelle

RangMann­schaftSpieleMP+MP-Brettpt
1Sfr.Mainz 1928 II47121½
2Multa­tuli Ingelheim46217½
SK Gau-Alges­heim III46217½
4Sfr.Heidesheim   III45317½
5SV Pfed­ders­heim45317
6Vorw.Orient Mainz III44417½
7SG Alzey-Wörr­stadt32410
Sfr.Mainz 1928 III32410
9SC Lands­krone III41714
10SV Boden­heim408

Fußball: Bilanz nach der Hinrunde

Nach der Nieder­lage unseres Teams im Derby gegen den SC Moguntia 1896 (1:3) nimmt unsere Mann­schaft zur Winter­pause den 6. Tabel­len­platz ein.

Es war eine lehr­reiche Hinrunde mit Höhen und Tiefen. Das span­nendste Spiel dieses Jahres war gegen den FSV Nieder-Olm, bei dem mindes­tens ein Unent­schieden gerecht gewesen wäre.

Der höchste Sieg konnte gegen den FC Aksu-Diyar II (11:3) verzeichnet werden. Gegen den SC Lerchen­berg musste unser Team eine herbe Nieder­lage einste­cken (0:6).Weiter­lesen

VO I schlägt Tabellenzweiten; VO II verlässt Tabellenkeller

Unsere Schach­mann­schaften sind weiter auf Erfolgs­kurs: Während die erste in der zweiten Rhein­land-Pfalz-Liga über­ra­schend Post SV Neustadt schlug, setzte sich die zweite knapp  in der ersten Rhein­hes­sen­liga gegen die zweite Mann­schaft von Kreuz­nach durch und verließ damit das Tabellenende:

2. Rhein­land-Pfalz-Liga:

Sfr.Heidesheim   IISchach­haus Ludwigshafen53
Sfr.Mainz 1928SC Bell­heim
SK Fran­ken­thal IISG Kaisers­lau­tern 1905
Post SV NeustadtVorw.Orient Mainz35
SC Nieder­kir­chenTSG Mutter­stadt53

Die Einzel­er­geb­nisse:

Post SV Neustadt Vorw.Orient Mainz187135
Schulz-Knappe,Florian2027Karsay,Pascal202401
Thomas,Andreas1975Perske,Paul1893½½
Teuffer,Michael2133Regis,Georg196601
Fecht,Hans-Peter1985Müller,Christian1894½½
Loos,Udo1972Lorentz,Kai1854½½
Vautrin,Stefan1960Flackus,Stefan181610
Klein,Klaus1888Kramer,Werner1704½½
Gaab,Wolfgang1897Wissemann,Andreas181701

Erste Rhein­hes­sen­liga

SK Gau-Alges­heim IISC Lerchenberg/​ZMO62
Vorw.Orient Mainz IIKreuz­nacher SV 1921 e.V. II
TSV Schott Mainz IVKreuz­nacher SV 1921 e.V.
Sfr.HeimersheimSK Bingen44
SV Mainz-MombachSC Lands­krone II

 

Die Einzel­er­geb­nisse:

Vorw.Orient Mainz IIKreuz­nacher SV 1921 e.V. II
Brehme,Ralf-Peter1870Vesper,Michael,Dr.1814½½
Fischer,Hans JoachimGoldt,Rainer,Dr.1850½½
Schuster,Andreas1795Voll,Raymond169701
Wissemann,Andreas1817Spies,Wolfgang1636½½
Rotermund,Verena1731Minkin,Viktor172810
Krahnke,Alexander1779Sassenroth,Günter1587½½
Trierweiler,Joachim1784Schitter,Bernhard1462½½
Berlin,Arnd1835Stoodt,Wolfgang178310

 

 

Ein Bauernendspiel von Domenico Lorenzo Ponziani

Ein lehrreiches Bauernendspiel zum Thema Eroberung der Schlüsselfelder stammt aus der Sammlung des berühmten italienischen Meisters Domenico Ponziani:

  1. Kf5 (nicht Kh6 patt!)   Kg7
  2. h8Dh8+                       Kxh8
  3. Kf6                              Kg8
  4. g7                               Kh7
  5. Kf7 + -

 

Domenico Lorenzo Ponziani (* 9. November 1719 in Modena; † 15. Juli 1796 ebenda) war Professor für Zivilrecht an der Universität Modena, Geistlicher und ein bedeutender Schachspieler des 18. Jahrhunderts.

Gemeinsam mit den beiden Italienern Ercole del Rio und Giambattista Lolli begründete er die Schule von Modena, die aus diesen drei führenden Meistern bestand.

Im Jahr 1769 erschien (ohne Autorschaft) in Modena sein Werk Il giuoco incomparabile degli scacchi (dt. Das mit nichts zu vergleichende Schachspiel),

 

in dem er eine tiefschürfende Analyse des Spiels im Allgemeinen, wie besonders der Endspiele bot. Sein Buch, in dem er das freie Figurenspiel propagierte, leistete einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der modernen Spielauffassung im 18. und 19. Jahrhundert. In den Jahren 1773, 1801 und 1812 erschienen in Venedig Nachdrucke dieses Werkes. 1782 ließ er in Modena einen Neuauflage, nun mit Autorschaft, drucken. Auch dieses Werk wurde mehrfach nachgedruckt: Rom 1829, 1838, Verona 1837, Venedig 1861.

Nach Ponziani ist eine Eröffnung benannt: 1.e2-e4 e7-e5 2.Sg1-f3 Sb8-c6 3.c2-c3. Diese Spielweise ist zwar bereits in der Göttinger Handschrift und bei Giulio Cesare Polerio erwähnt, doch war es Ponziani, der sie in seinem Buch Il giuoco incomparabile besonders empfahl.

Ferner machte er auch auf folgendes Gambit aufmerksam: 1.e2-e4 e7-e5 2.Lf1-c4 Sg8-f6 3.d2-d4 (das Ponziani-Gambit im Läuferspiel).